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Koniks, Heckrinder und Wisente in der Cuxhavener Küstenheide

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Koniks, Heckrinder und Wisente halten die Landschaft der Cuxhavener Küstenheide von unerwünschtem Bewuchs wie der Traubenkirsche frei. In den Wintermonaten steht zusätzlich Heu auf dem Speiseplan. Für den „Lieferservice“ in der Küstenheide sorgen die Landwirte Hasenkampf aus Berensch. Täglich geht es für sie ins Naturschutzgebiet, um die Tiere zu füttern und zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.

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Den Traktor haben die Heckrinder bereits registriert. Einen Grund zur Flucht sehen sie deswegen nicht – im Gegenteil. Das Brummen des schweren Geräts kündigt es schon weitem an: Gleich gibt es Futter. Einige ganz vorwitzige Hornträger rupfen das Heu sogar schon aus dem Ballen auf der Gabel, während der Traktor noch fährt. Arne Hasenkampf muss sich langsam vorarbeiten, denn die Tiere springen ihm erst im letzten Moment aus dem Weg.

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130 Heckrinder leben in der Cuxhavener Küstenheide.
Das Heckrind ist eine Rückzüchtung des Auerochsen. Die Zoodirektoren Heinz und Lutz Heck kreuzten in den 1920er Jahren über 15 Rinderrassen und gaben dem „Abbild“ des Urrindes seinen Namen.

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Auch die Koniks zeigen keinerlei Scheu vor den Menschen und sind sofort zur Stelle als der Traktor anrollt. Die sandfarbenen Wildpferdenachzüchtungen fressen sogar aus dem Eimer. Berührungen mit der Hand lassen aber nur einige wenige zu. Das Menschen, auch Fremde, durch die Herde laufen, sehen die Pferde gelassen. Einige weichen ein paar Schritte zurück und wahren die Distanz, andere schnuppern vorsichtig an den Händen der Gäste.

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Der Konik (polnisch für Pferdchen) stammt von dem inzwischen ausgestorbenen Tarpan ab und trägt mehr wilde Gene in sich als andere Hauspferderassen. Die zähen und genügsamen Ponys werden noch heute von polnischen Bauern zur Arbeit eingesetzt.

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Bei den gewaltigen Wisenten ist Abstand halten angesagt. Dabei sei Bulle „Sperakes“ ein sehr friedliches Exemplar, betont Reinhard Hasenkampf. „Sperakes“ ist mittlerweile der Hahn im Korb in der Küstenheide. Aus allen anderen Herden wurden die männlichen Tiere aus Gründen der Geburtenkontrolle herausgenommen. Die Wisente gehören aber zu einem europaweiten Zuchtprogramm zur Arterhaltung und dürfen sich auch in Zukunft vermehren.

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Der Wisent ist die letzte überlebende Wildrind-Art Europas. Am 9. Februar 1921 erschoss ein Förster den letzten frei lebenden Wisent in Polen. Die 3500 heute lebenden Wildrinder stammen von einem Dutzend Zootieren ab. Die Cuxhavener Wisente sind Teil eines europaweiten Zuchtprogramms, das vom Wisentgehege Springe koordiniert wird.

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Jeden Tag rollt im Naturschutzgebiet „Cuxhavener
Küstenheide“ während der Wintermonate das „Essen auf Rädern“ an. Im Sommer gibt es nur etwas Mineralfutter. „Das hier sind betreute Herden“, erklärt Gerd-Michael Heinze vom NLWKN. Der Ausdruck „Wildtiere“ treffe auf die Koniks, Heckrinder und Wisente, die sich auf insgesamt 350 Hektar tummeln, nur aufgrund ihrer Ursprünglichkeit zu. Streng genommen sind die Vierbeiner „Angestellte“ des NLWKN, die in Naturalien, also mit Heu bezahlt werden. Ihr Job ist es, die Landschaft von unerwünschtem Bewuchs wie der Traubenkirsche frei zu halten und den erledigen sie zuverlässig. Das schafft Raum für die unter Naturschutz stehende Küstenheide und für andere Tiere, wie zum Beispiel Eidechsen, die sich gerne im Sand sonnen. „Sobald um die Weide ein Zaun gezogen ist, gelten für die Tierhaltung Auflagen“, betont Heinze. Die vierbeinigen Landschaftspfleger werden daher nicht nur zugefüttert, sondern erhalten Wurmkuren und müssen regelmäßig ihr Blut für Untersuchungen abgeben. Ein Teil der Rinderherde verweigert sich dieser Prozedur allerdings noch. Sie stehen daher auf einer separaten Weide und werden nur
im Bereich der Fanganlage gefüttert.
Arne Hasenkampf versucht täglich, die Vierbeiner mit dem leckeren Heu in den Pferch zu locken. „Zumachen können wir
nur, wenn Kälber und Mütter gemeinsam in der Fanganlage sind. Die können wir nicht voneinander trennen“, erklärt Reinhard Hasenkampf das Geduldspiel. Doch auch dieses Mal verhalten sich die Tiere abwartend und kommen erst zum Fressen, wenn die Zweibeiner wieder weg sind. Der Tierarzt muss noch warten.

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